Aza Raskin hat sein Projekt Enso (über das ich schrieb), bei Mozilla Labs weiterentwickelt und spricht damit nicht nur zentrale Probleme der Interaktion in (immer modaler) Software und auf Webseiten an, sondern zeigt auch eine mögliche Lösung — gepaart mit einem zeitgemäßen und guten Command-Line-Interface.
In dem Enso-Artikel spreche ich noch davon, dass Aza die Command-Line-Idee eines Such- und Kommando-Eingabeinterfaces, die sein Vater Jef schon vor Jahren formulierte, "zurückentwickelt" hat, um sie mit Enso unter realen Umständen für die Masse nutzbar zu machen. Jetzt wird aber klar, dass die Zurückentwicklung nur positiv zu verstehen ist (man braucht kein eigenes Betriebssytem und eigene Hardware dafür wie bei Jef). Darüber hinaus zeigt Aza uns nämlich, welches große Potential in all den kleinen Entwicklickungen steckt, die wir in den letzten Jahren unter dem Namen Web2.0 vorangetrieben haben, für die wir häufig aber noch keine richtigen Anwendungen haben (Stichwort Microformats).
Ubiquity ist ein richtiges Instant-Web2.0-Mashup-Tool. Es kann also das, was heute schon häufig für die nächste Webgeneration angekündigt wird.
Wenn es einmal "fertig" ist, werden wir in einer ganz neuen Geschwindigkeit und Qualität miteinander Daten Informationen austauschen und Kommunizieren.
Seit dem habe ich mehr von Mozilla und Aza gehört als je zuvor. Und das Wichtigste: Das was man hören kann, sind wirklich interessante Interface-Geschichten! Da wären zum Beispiel die Konzept-Sessions für neue Mozilla-Entwicklungen, die man einfach "nachschauen" kann (Beispiel), oder die guten Konzeptidee im Labs-Wiki.
Aber Azas Entscheidung für Mozilla zu arbeiten finde ich noch aus einem anderen Grund toll und wichtig für die Konzeptwelt: Seit sein Vater Jef sein Buch Das intelligente Interface schrieb, haben sich die guten Ideen daraus, nicht wirklich weit verbreitet. Aza hat das mit seinen Ideen und Konzepten in den letzten Monaten geändert.
Denn er hat bei Mozilla Labs nicht nur eine Bühne gefunden oder bekommen, diese Ideen zu verbreiten; er ist zudem der einzige, der auf diesem Level über solche Themen nachdenkt.
Er befasst sich nämlich nicht nur mit guten Webapplikationen wie z.B. 37signals/svn oder optimierter UX in Software wie Jensen Harris in seinem Office 2007-Blog, sondern schlägt ständig die Brücke vom kleinen Microformat hin zu Optimierungen in der Browser-Software und von schlechter User Experience im Detail hin zu neuen Navigationskonzepten auf mobilen Geräten.
Was meint ihr dazu? Werden Aza Raskin und Mozilla Labs die Interface-Welt voranbringen?
Dabei sind ein paar "schöne" — wohl eher aussagekräftige — Fotos entstanden.
Ein "tolles" Bild, wie der Bagger sich in die Landschaft hineinfrisst.
Interessant in diesem Zusammenhang: Firefox 3 hat wohl irgend einen Schutz gegen potentiell gefährliche Websites eingebaut.
Als ich die Seite aufrief, erschien diese Meldung. Leider funktionierte der "Diese Warnung ignorieren"-Link nicht. Ich musste den IE bemühen um die Seite aufzurufen.
Fazit MS Phtotosynth vs. Google Panoramio: Google hat das ganze viel besser in die Fotocommunity integriert. Das verknüpft Fotos und Fotografen besser, macht das Hochladen leicht (wahrscheinlich) und ist ein schönes Addon für den Dienst. Microsoft dagegen hat seine Stärken in der schönene 3D-Darstellung und einer noch hübscheren Interaktion. Dafür muss man hier auch ein Plug installieren, bei Google ist es Flash.
Hier habe ich herausgezoomt "Minus"-Blatt. Man sieht die überlagernden Bilder, in dern Mitte das eine scharfe, das zZ fokussiert ist, oben die Punkte-Wolke der übrigen 3D-Struktur und als weißen Rahmen eines der nächsten möglichen Bilder/Perspektiven.
Naveen Viswanatha hat in einer Präsentation für die KMWOrld einige interessante Screenshots aus dem Arbeitsalltag bei Google zusammengestellt.
Dabei führt er uns Schritt für Schritt durch typische Prozesse im Google Intranet und mit seinen vielen Tools — die meisten davon erweiterte Versionen der bekannten Google-Dienste.
Die Präsentation gibts bei es (zur Zeit noch(?)) bei zwei online-PDF-Diensten. Ab Folie 16 wird es interessant.
…und werden damit bald zum Quasistandard für Datenvisualisierungen auf einer Zeitachse werden.
Hier ein paar Beispiele, die IMO dazu führen, dass sich diese Visualisierungsmethode schnell verbreiten wird und damit hoffentlich "bald" davon ausgegangen werden kann, das Nutzer auch damit umzugehen wissen.
Prominentestes Beispiel: Google Finance und — seit einer kurzen Weile — die Google-Visualisation API, YouTube und viele andere Google-Dienste. — Mehr hierzu hier im Blog…
Etwa zeitgleich aber visuell mit einem etwas anderer Ansatz kommt die Simile-Timeline daher um im Google-Maps-Stil via API Daten anzuzeigen. — Auch hierzu mehr hier im Blog…
Der wichtige Unterschied zwischen diesen Timelines und klassisches Zeitleisten, wie man sie aus MS Encarta und der Darstellung von Geschichtsdaten (Beispiel) kennt: Ein großer Ausschnitt wird Fokussiert und gleichzeitig der Context in einer kombinierten Anzeige+Auswahl angezeigt.
Damit gehören diese Zeitleisten für mich in die Interface-Kategorie Fokus + Kontext (focus plus context) — ein Themenfeld, zu dem es noch einige andere sehr interessante Interfacestudien gibt, zum Beispiel "focus-plus-context screens" (Karten auf Großscreens) und "halo" (PDA-Navigation), beide von Patrick Baudisch. Zu beiden gibt es auf der Seite Videos.
PS Offtopic: Jetzt hoffe ich nur noch, dass bald mal jemand für Wikipedia eine einfachere Timeline-Funktion entwickelt als die komplizierte (zwar sehr flexible) "Easy Timeline".
… aber dafür ist stellt Google seine Funktion offen für alle Fotos der Fotocommunity Panoramio ins Netz. Dort kann man nämlich seit dem 3. Juni auch "umher gucken" und ausgehend von einem Foto, andere Perpektiven anschauen. In dem dazugehörigen Panoramio-Blogpost heißt es, man müsse nur ca. 20 etwas überlappende Fotos von einem Ort machen und alle paar Wochen würde das System dann neue "look arounds" (dt. "umsehen") hinzufügen. — Super, darauf warte ich bei Microsoft schon seit langem.