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Alle Funken für das Thema marketing:

Herr Mehdorn: Ampelschaltungen!

Neulich in der Bahn. Es geht mal wieder um Pünktlichkeit, das „richtige" Verkehrsmittel und die gesamtgesellschaftliche Situation.
Ich sitze eigentlich ein halbes Abteil entfernt, doch die freundliche Gruppe Mittsechsiger unterhält sich laut genug um mich — und den Rest des Abteils — an ihrer Unterhaltung teilhaben zu lassen.
Einziger Unterschied: Diesmal wird nicht auf der Bahn rumgehackt. Die Verschwörungstheorien gehen in eine ganz andere Richtung:

…und dann musst du mal versuchen in Köln mit dem Auto zu fahren…da kommt man nicht von der Stelle…an jeder Ampel musst du stehen…ok, Feierabendverkehr — dann verstehe ich das…aber an einem ganz normalen Tag…die Straße ist leer…auf dem Ring sind alle Ampeln rot…und weißt du warum?…weil die Stadt sich die Straßen von den Werbefirmen sanieren lässt…und im Gegenzug die Leute an den Ampeln stehen lässt…damit sie all die neuen Werbeplakate lesen müssen…oder warum sonst steht inzwischen an jeder Ampel ein Plakat?…

Genial!
Lieber Herr Mehdorn, hoffentlich lesen Sie das.
Denn dann gehen Sie umgehend zur Stadt Köln (und anderen Städten mit kronischem Geldmangel), sanieren deren Ampelsysteme, programmieren es dabei gleich neu, schalten Pro-Bahn-Werbung an den Ampel-Werbetafeln und treiben so *genial* die Menschen, die sie durch Warten am Steuer in den Wahnsinntreiben geradewegs in ihre Züge.
Das sind dann auch die idealen Kunden, denn das Wichtigste haben diese Menschen schon gelernt: Unnötiges Warten…

ebay-Mani am Arbeitsplatz

Freitag, ~16 h im Zug von Aachen nach Köln.
Im Großraumabteil macht eine Gruppe auf scheinbarem Betriebsausflug unverkennbar auf ihre restliche Tagesgestaltung aufmerksam: Hat irgend jemand etwas nicht-alkoholisches mit?
Ein paar Haltestationen (und Getränke) später kommt dann die Zeit der insider-evergreen-Witzchen aus der Abteilung. Alles Sachen, über die man nicht lachen kann — es sei denn, man hat eben nichts nicht-alkoholisches mitgenommen…
Ein Zitat sei trotzdem hervorgehoben:

Ursula: Slavo wo ist die Ablage?
Slavo: *Ähem* also
Rita: Die hat Claudia doch für dich gemacht, damit du in Ruhe bei ebay steigern kannst und nicht abgelekt bist…
*allgemeines Gelächter*

Warum eigentlich…
…ändert niemand etwas an Slavos Arbeitsplatz, damit er nicht mehr solche Ersatzbefriedigungen braucht?
…merken ebaykäufer nicht, dass sie Gebrauchtware über Neupreis kaufen? (Gibt es hier eigentlich Untersuchungen zu?)
…lassen sich alle von ebay und ihrer „bieten macht Spaß"-Kampagne verführen?

Regentanz

Professor James Brian Quinn behauptet sogar, strategische Planung sei nichts weiter als ein ritueller Regentanz. Das Hauptziel sei allerdings nicht, Regen zu machen, sondern ein besserer Tänzer zu werden.

Wieder Funky Business, Seite 238

Funky Lippenstift

Was erwirbt eine Frau wirklich, wenn sie einen Lippenstift kauft? Auf der einen Seite gefärbtes Fett in einem Plastikbehälter. Aber auf der anderen Seite kauft sie Hoffnung — die Hoffnung, dass jemand zu ihr sagt: „Du bist so schön, ich liebe Dich, lass uns zu mir gehe."
Zumindest kaufen das die meisten Männer, wenn sie sich ein Aftershave besorgen , und wir nehmen an, dass es da keinen großen Unterschied gibt.

Aus: Funky Business, Seite 228. Buchempfehlung!

Die Wäscherei

In Hamburg geht man nicht einfach Möbel kaufen!

In Hamburg geht man in der AkraBar essen, sitz dabei in seinen zukünftigen Lotus-Gartenmöbeln, trägt die neue Klementinen-Mode, wäscht sich anschließend in einem Bagno-Bad die Hände und schländert in der Möbelausstellung an der Wein-Galerie vorbei.
In Hamburg erlebt man Möbel.
In Hamburg geht man in Die Wäscherei

PS: Und natürlich geht man nicht einfach in eine Disko oder einen Club.
In Hamburg besucht man einen der hauseigenen DV-Musik-Hip-Und-Toll-Events und bezahlt Eintritt um eine Möbelausstellung zu besuchen.

Viren-Nazi-Spam und verpasste Werbechancen…

Zum Glück werden sie mittlerweile fast alle gefiltert, so dass ich für dieses Posting bis in den Spam-Ordner vordringen musste, um beispielhafte Links zu finden.
Worum es geht? – Natürlich um die Tonnen von Nazi-Spam die uns im Moment überhäufen.

Ich frage mich: Warum reagieren die Viren-Hersteller nicht mit gezielter Werbung? Oder auch die Verlage nicht darauf, dass ihre Artikel für Spam missbraucht werden?
Zeitgeschichte hat es getan und informiert über den Virus. Das ist der richtige Weg.

Aber ich würde noch weiter gehen:

  1. Wäre ich Antiviren-Firma (Beispiel) würde ich zum Beispiel in allen verlinkten Spiegelartikel (Beispiel, Beispiel, Beispiel) ein riesen Werbebanner schalten.
    So ein ätzendes, das den gesamten Text verdeckt.
    Aufschrift:

    „Dieser Artikel wird durch den Virus XY in tausenden von eMails verschickt. Überprüfen Sie *jetzt* ob ihr Rechner infiziert ist! Es dauert nur 5 Minuten und ist mit unserer Testversion völlig kostenlos!"

  2. Oder aber als Verlag: Auch hier kann man aktiv werden, denn immerhin wird der eigene redaktionelle Inhalt ja in einen sehr negativen Zusammenhang gestellt. Das wäre direkter Service für den Leser:

    „Liebe Leser, dieser Artikel ist wie alle unsere Texte gut recherchiert und frei von jeder Volkshetze. Leider wird versucht, ihn in rechtsradikalen Spam-eMail als Propagandamaterial zu missbrauchen.
    Bitte lesen Sie unser Bericht-Spezial hierzu.
    Haben Sie selbst schon überprüft, ob ihr Rechner Virenfrei ist? In unserem Viren-Spezial erfahren Sie, wie das in 5 Minuten und völlig kostenlos geht!

    (oder so ähnlich)

Eine Win-Win-Situation:
Die Hersteller bewerben ihre Produkte bzw. zeigen ihre Service-Kompetenz und die Benutzer haben eine bessere Chance, den Virus zu bekämpfen…

AntiVir Premium mit Stiftung

Schon seit vielen Jahren verwende ich keine Norton-Produkte mehr, weil sie zu tief, unkontrollierbar und schädlich ins System eingreifen. Seit einiger Zeit empfehle ich auch Norton Antivirus nicht mehr an Kunden oder Privatanwender weil es Systeme fast unbenutzbar verlangsamt und auch Lizenz-Updates unverhältnismäßig viel kosten.

Stattdessen bin auch ich auf den kostenlosen Virenscanner Free-AV umgestiegen.
Auch wenn das Tool durch seine altmodische Oberfläche kein Vertrauen in mir weckte, es war die beste Alternative. Im Praxistest auf vielen Rechner hat es sich als hervorragende Software erwiesen.
Empfehlung!

Gewundert hat mich immer, warum die Firma AntiVir ein so schlechtes Branding betreibt, wo das doch sonst so verkaufsfördernd ist (scheint). Schon allein die Website weckt nicht gerade Vertrauen in die Kompetenz der Programmierer…

Während des heutigen Updates wurde ich dann auf AntiVir PersonalEdition: Premium aufmerksam.
Und hier kommen ein paar interessante Dinge zusammen:
AntiVir konzentriert sich jetzt nicht mehr nur auf Firmenanwender als zahlende Zielgruppe, sondern bringt eine im Interface und einigen Komfort-Funktionen verbesserte Endverbraucher-Version raus.
Das zeigt sich auch im Branding: Die Website ist, wie sie sein sollte und das Logo wurde klar abgegrenzt von der Freeware (Rot -> Blau). Insg. alles, wie man es erwarten würde.
Ins Auge fällt da noch, dass ein Viertel (das ist viel) der Kaufsumme von 20 für die Premium-Version an eine Stiftung fließen.

Und das hat mich aufhorchen lassen. Die Firma unterscheidet sich also noch in einem weiteren Punkt: Sie ist bereit, Teile ihres Profits abzugeben für nicht-kommerzielle Zwecke. Das ist sicher auch eine schöne Werbeidee, aber es kommt authentisch rüber.
So wie auch sonst auffällt, dass auf der Website keine Panik vor Viren gemacht wird, keine Angst geschürt wird, die nur darauf aus ist, Kunden zu locken, sondern verhältnismäßig sachlich mit dem Viren-Thema umgegangen wird.

Das hat einen noch positiveren Eindruck hinterlassen!
Und meine Empfehlung wird daher für zukünftige Fragen lauten: Free-AV, und wer es sich leisten kann, AntiVir Premium.