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Communities sind nicht immer soziale Netzwerke

Pixelsebi, Patrick (Werbeblogger) und Tim unterhalten sich in ihrem 5. Podcast gemeinsam über Communities.

Ein interessanter Podcast zu dem ich ein paar Gedanken anfügen möchte:

Patrick sagt, Communities wie MySpace seien geprägt von Nischen, nennt aber gleichzeitig die Wichtigkeit der Gesamtplattform. MySpace und derartige Communties (Wikipedia zählt für mich als 2. Beispiel dazu), leben weder von ihren Nischen noch von ihrer Größe. Sie leben vom Wechselspiel zwischen beiden Extremen. Ob ich ein Nischenhobby habe und darüber auf Wikipedia schreibe oder eine Nischenvorortband bin und mich bei MySpace promote. In beiden Fälle böte mir das Netz genug eigene kleine Nischen. Trotzdem entscheiden sich beide für eine gigantische Community in der (meist vergeblichen?) Hoffnung, dass deren positive Marke auf die eigene Arbeit abfärbt und man auf der Plattform wahrgenommen wird.

Völlig zustimmen möchte ich Sebastian der sagt, Communities dürfen nicht als neue Plattform für klassische Werbung verstanden werden, sondern als Dialog. Schließlich ist es am Ende viel wirksamer, Kunden eines Produktes zu Fans meiner Marke zu machen (vgl. Markensoziologie-Referat, PDF, z.B. Seite 13).

Auf die Frage des Werbebloggers an Sebastian, ob Communities immer soziale Netzwerke sein müssen, weicht meine Meinung ab:
Seine Argumentation, dass Communities immer Äquivalente im Meat-Space (Begriff vom Barcamp ;)) haben, scheint zuerst richtig.
In diesen Fällen sind Communities sicher am einfachsten und effektivsten. Dort ist das Internet erstmal nur ein neues Tool mit neuen Möglichkeiten.

Ein Beispiel wären also Schüler, die sich (nach dem ABI) in einer virtuellen Gruppe treffen. Oder — um bei einem eigenen Projekt zu bleiben — Stämme, die ihre Website als Community verstehen.

Die Argumentation ist jedoch schwerer anzuwenden, wenn sich im Internet neue Communties einfach anhand von gemeinsamen Interessen bilden. Zwar sind die Menschen in der Pfadfinder-Gruppe des OpenBCs alles Pfadfinder (mehr1, mehr2), das ist aber auch das einzige (wenn auch starke) verbindende Element.

Ganz aus dem Raster fallen aber die ganz virtuellen Communities. Hier geht es nichtmehr um das soziale Netzwerk aus der Fragestellung, sondern um einfache gemeinsame Interessen. Als ich vor Jahren begann, JavaScript zu schreiben, wurde die JS-Newsgroup schnell zu einem wichtigen Teil meiner Arbeits-/Fehler-Such-Prozesses… Hierbei geht es aber nicht um das soziale Netz der JavaScriptler, sondern um das Arbeiten an einem gemeinsamen Thema.

Also: Müssen Communties soziale Netzwerke sein: Nein, sie müssen nicht. In letzter Zeit arbeiten die meisten Projekte darauf hin, trotzdem existieren parallel aber die einfachen (Zweck)Gemeinschaften weiter.

4 Kommentare

  1. TimNo Gravatar (bruysten.com) 03.10.06 11:00 Direktlink

    Zunächst sollte in diesem Kontext die Frage geklärt werden, was denn ein soziales Netz oder eine Community überhaupt ist. Ist eine Stadt eine soziales Netz, weil es Abhängigkeiten, gemeinsame Ziele ein teilweise kongruentes Schicksal der Einwohner gibt? Dann sind Communities in jedem Fall soziale Netze.

    Eine solche Frage sollte nicht zu einer Wortklauberei werden, zu wichtig ist das Begreifen der Funktionen, die zu Phänomenen wie Wikipedia, MySpace etc. führen. Trotzdem ist die Frage in dem Augenblick relevant, wo die Interessen so vielfältig und komplex sind wie bei MySpace oder Wikipedia.

    Doch sollte in diesem Fall über andere Worte nachgedacht werden. „Gemeinschaft" und „soziales Netz" haben eine zu große innere Nähe. Eventuell ist eine graduelle Bestimmung viel besser. Von einem offenen oder geschlossenen Netz zu sprechen wäre schon ein erster Schritt.

    Darüberhinaus ist MySpace auch eher eine Plattform für Communities, denn eine Community selbst?

  2. TJNo Gravatar (flyingsparks.wwwfiles.de) 03.10.06 12:01 Direktlink

    Hallo Tim,
    aus dem Context des Podcasts heraus verstehe und verwende ich soziale Netzwerke hier als Orte in denen man die Person persönlich(er) kennt.
    Vergleich: In einer Newsgroup kenne ich eine eMailadresse und einen Nick sowie das, was eine Person schreibt.
    Bei MySpace und openBC dagegen habe ich komplexere persönliche Profile sowie Beziehungen zwischen Benutzern.
    Das ist für mich an dieser Stelle die Differenzierung.

    Offene und geschlossene Netze können diese beiden Beispiele beispielsweise nicht beschreiben… — beide sind offen.

    Und MySpace ist für mich eben nicht eine Plattform für Communties — Genau das versuche ich ja zu sagen: Es ist eine Wechselwirkung. Geocities war eine Plattform für Websites. Die eine Geocities-Seite hatte mit der anderen nix zu tun. Bei MySpace ist das anders (siehe Markentransfer-Aussage, oben).

  3. TimNo Gravatar (bruysten.com) 03.10.06 12:14 Direktlink

    Das mit der Wechselwirkung ist klar; da sind wir einer Meinung. Doch gilt es, die Ränder abzustecken und zugegeben, meine Definition von offen und geschlossen ist nicht wirklich transparent; was mir da vorschwebt ist weniger der Kontext einer zumindest potentiell bekannten Gruppe, oder die Beschreibung der Zugriffsmöglichkeiten, sondern vielmehr das Potential, welches aus der Gruppe heraus entsteht:

    Welche Ökologie liegt einer solchen Plattform zu Grunde? Kann eine Evolution aus der Plattform selbst heraus stattfinden? So kommt man von dem Gedanken, ob eine Plattform ein soziales Netz abbildet/ist oder nicht, zu der Frage, in welchem Maße sie dies tut…

  4. Sebastian KüpersNo Gravatar (pixelsebi.com) 04.10.06 12:00 Direktlink

    Erstmal DANKE für das ausführliche Feedback zu unserem Podcast!

    Zu der Social Network Geschichte. Eigentlich kann jede Plattform eine Social Network Komponenten erhalten … und zwar in dem Moment, wo man Beziehungen innerhalb dieser Plattform beschreiben kann.

    Das Feedback zu dem Punkt „Community Building" habe ich jetzt schön mehrfach (zu recht) erhalten … wir werden darauf auch nochmal in der nächsten Episode zu sprechen kommen.

    Du hast natürlich recht, dass es nicht ausschliesslich so ist, dass Communities immer vorher existieren.

    Ich habe diese Äusserung vor allem aus der Perspektive von Unternehmen geäussert, die manchmal wilde Phantasien haben, sie könnten jetzt noch irgendwelche völlig neuen Kunden aus dem Nichts (den weiten des Internet) herzaubern, indem sie „Community Building" betreiben.

    Werde ich aber wie gesagt, in der nächsten Episode nochmal differenzierter darlegen.

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