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Zu einfach gedacht: Jason über Feature-Überfüllung

The solution to reducing clutter isn't clutter-reducing technology, it's less clutter in the first place.

The solution to reducing clutter isn't clutter-reducing technology, it's less clutter in the first place.

Jason Fried on Twitter

Ich halte diese Sichtweise für falsch. Weniger Feature ist nicht besser. Es geht darum, die richtigen Feature zu finden und diese dann optimal in die Arbeitsabläufe zu integrieren, so dass sie das Nutzererlebnis nicht unterbrechen. Es geht um Flow, Nicht-Ablenkung, Aufmerksamkeit, situationsgerechte Informationen… nicht um weniger Feature.

Erst recht nicht, „less feature in the first place". Wozu soll uns das erziehen? Sollen wir bei jeder neuen Idee erstarren und bangen, ob dieses Feature jetzt das falsche ist, das unsere App zumüllen wird? — Mir hilft diese Faustformel nicht weiter, im Gegenteil.

Bei der Frage um mehr Feature, empfehle ich, sich die Entwicklung von Office 2010 anzuschauen. Auch hier werden (wie schon in Office 2007) mehr und mehr Feature eingebaut. Aber es sind Feature, die sich verstecken und nur sichtbar werden, wenn man sie braucht.

Zwei Beispiele:

Die neue Einfügen-Funktion (Paste) von Office 2010 wird endlich richtige Hilfe anbieten bei den verschiedenen Möglichkeiten, Inhalte einzufügen. Da stecken mindestens ein Dutzend kleiner Feature drin. Na und? Gut so!

Die neue Schließen-Funktion von Office 2010 wird das Problem des Falschklickens im Dialogs „Möchten Sie das Dokument speichern vor dem Schließen?" endlich lösen. Office wird einfach das letzte Dokument zwischenspeichern, so dass man es wieder öffnen kann — egal wie man sich vorher entschieden hat.

Jason, wir brauchen komplexe Applikationen wie Office. Und wir brauchen Funktionen, die uns helfen, die Komplexität zu meistern.

Ich sage daher: Gebt mir mehr Feature… aber die richtigen.

3 Kommentare

  1. GregorNo Gravatar (htmlexpress.de) 04.10.09 13:38 Direktlink

    Ich muss euch beiden Recht geben. Ich glaube Jason bezieht sich eher auf Start with no!, was ich so total unterschreiben würde. Ich verstehe ihn so, dass sich viele viel Arbeit sparen würden, wenn Sie funktionen einfach weglassen würden, die womöglich gar nicht gebraucht werden, anstatt im Nachhinein zu überlegen, wie man die Komplexität der UI reduziert.

    Das Paste in Word ein Key-Feature ist und daher nicht weggelassen werden kann, würde wahrscheinlich auch Jason so sehen.

  2. TJNo Gravatar (fly.ingsparks.de) 04.10.09 20:44 Direktlink

    @Gregor: Ich fand Jasons Aussagen auch immer hilfreich. Aber wenn er polemisch über große Hersteller herzieht ohne ehrlich deren Situation zu berücksichtigen, geht er zu weit. Sprüche wie der oben und Anti-Feature-Sprüche sind zwar griffig, leiten aber fehl. Ich finde es muss in dieser Diskussion wieder zurückgefunden werden zu den wahren Gründen. Und dazu gehört, Feature nicht mehr als Problem anzusehen.

  3. Tamim SwaidNo Gravatar (cobocards.com) 05.10.09 14:19 Direktlink

    @ Tobias. Ja recht hast du. Und manchmal muss man auch ein Feature ausprobieren ob es klappt und es dann entweder rausnehmen oder weiterentwickeln.

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